Hydrologie

Ermittlung von Abflussdauerlinien in Einzugsgebieten ohne Abflussmessungen

Auftraggeber:Bundesamt für Umwelt, Sektion Oberflächengewässer
Bearbeitungszeitraum:2012
Funktion im Projekt: Projektverfasser

Lage, Grösse und Abflussregime der 76 berücksichtigten Einzugsgebiete
Aufteilung einer absoluten Dauerlinie in einen Anteil für den Mittelwasserabfluss und eine Formfunktion
Methode zur Bestimmung des Parameters D der gewählten Formfunktion
Qualität der Reproduktion gemessener Abflussdauerlinien mit der ermittelten Methode

Projektbeschrieb

Im Rahmen eines Auftrags des schweizerischen Bundesamtes für Umwelt (BAFU), bei dem es um die Erarbeitung einer Praxishilfe zur „Abschätzung der mittleren jährlichen Geschiebelieferung in Vorfluter“ ging, wurde durch das Ingenieurbüro Hunziker, Zarn & Partner ein Ansatz entwickelt, mit dem mittlere jährliche Überschreitungs­dauerlinien in Einzugsgebieten ohne Abflussmessungen bestimmt werden können.

Für die Entwicklung des Ansatzes wurden langjährige Datenreihen von 76 Abflussmessstationen, welche über die ganze Schweiz verteilt sind, ausgewertet. Die berücksichtigten Messstationen erfassen Einzugsgebiete von 10 bis 700 km² Fläche, zwischen 450 und 2660 m ü.M. mittlerer Höhenlage und von 0 % bis 36 % Vergletscherungs­anteil.

Mit der gewählten Formfunktion der Dauerlinie werden u.a. die Fläche und Form des Einzugsgebiets, der Abflussregimetyp (glazial, nival, pluvial), die mittlere jährlichen Niederschlagshöhe und die Starkniederschlagshöhen berücksichtigt. Mit dem Verfahren können aus Messwerten generierte Überschreitungsdauerlinien mit einer hohen Genauigkeit reproduziert werden. In 50 % der Fälle weicht die berechnete Abflussdauerlinie weniger als 10 % von den Messwerten ab.